Ginkgo biloba - Fächerblattbaum

Ginkgoaceae


QuickInfo

Ginkgo biloba

Habitus:
großer Nadelbaum, Einzelpflanzung, Höhe 18-22m, Breite 12-16m, zunächst langsam wachsend, später mittelstarkwüchsig, Kronenform sehr variabel und unregelmäßig, oft kegelförmig, bisweilen auch mehrstämmig

Blätter:
sommergrün, fächerförmig, im Sommer frischgrün, Herbstfärbung strahlend gelb

Blüte:
zweihäusig, April - Mai, männliche Blüten in aufrechten, gelbgrünen Kätzchen, weibliche Blüten grün und gestielt

Früchte:
mirabellenähnlich, zunächst grün und hart, mit zunehmender Reife gelb und weich, schmierig und riechend

Ansprüche:
toleriert alle Böden, sehr anpassungsfähig, frost- und rauchhart, guter Stadt- oder Parkbaum






Synonyme:

botanisch: Saliburia adiantifolia (Frauenhaarfarnähnliche Blätter)

deutsch: Frauenhaarbaum
Entenfußbaum
Elefantenohrenbaum
Goldfruchtbaum
Silberaprikose
Silberpflaume
Tempelbaum
Japanbaum
Japanischer Nussbaum
Beseeltes Ei
Goethebaum
Großvater-Enkel-Baum
Weltenbaum

englisch: maidenhair tree (Mädchenhaarbaum)
fossil tree, kew tree

französisch: Noyer du Japon (japanischer Nussbaum)
arbre aus quarante ecus (Baum der 40 Taler, wegen seines teuren Anschaffungspreises damals)
Arbre de Pagodes (Pagodenbaum)

spanisch: Arbol sagrado (heiliger Baum)

holländische: Tempelboom (Tempelbaum)
Japanse Notenboom (japanischer Geldbaum)
Waaierboom

weitere: japanisch: Ginnan oder Icho (Entenfußbaum)
in Singapur: Pakgor Su
finnisch: Neidonhiuspuu
portugiesisch: Nogueira-do-Japao
schwedisch: Tempeträd


Taxonomie

Reich - regnum: Eucarya - Lebewesen mit Zellkern
Unterreich - subregnum: Chlorobionta - Grünpflanze
Abteilung - divisio / Stamm - phylum: Streptophyta - Landpflanze
Unterabteilung - subdivisio: Spermatophytina - Samenpflanzen
Klasse - classis: Ginkgopsida - Fächerblattähnliche
Unterklasse - subclassis: -
Überordnung - superordo: -
Ordnung - ordo: Ginkgoales - Fächerblattartige
Familie - familia: Ginkgoaceae - Ginkgobaumgewächse
Unterfamilie - subfamilia: -
Tribus - tribus: -
Gattung - genus: Ginkgo - Fächerblattbaum
Art - species: biloba - zweilappig

Verwandtschaft:

innerhalb der Familie:

  • monotypisch, keine

Botaniker haben eine Verwandtschaft zum Frauenhaarfarn (Adiantum, Familie Adiantaceae) herausgefunden. Das botanische Synonym weist darauf hin (S. adiantifolia). Vergleicht man die Blätter und untersucht man die Blüten, besteht daran kein Zweifel. Der Ginkgo steht richtigerweise also taxonomisch zwischen den Farnen und den Blütenpflanzen; ist somit nicht wirklich ein Nadelbaum. Wohl aber der baumartige Wuchs, sowie seine Blattmorphologie sorgte für die Klassifizierung bei den Nadelhölzern.


innerhalb der Gattung:

  • keine

Namensgebung:

Der ursprüngliche Name war im 17. Jahrhundert in China "Ya Choi", was Entenfuß bedeutet (wegen seiner Blattform). Später in "Yin Hsing" umbenannt (= Silberaprikose), wobei er heute nach internationalem Vorbild Kingko genannt wird. Dieser Name ist vermutlich die latinisierte Form von Yin Hsing, oder aber die japanische Übersetzung dessen (Gin Kyo)

Engelbert Kaempfer (1651 - 1716, deutscher Arzt und Forschungsreisender) verschrieb sich 1712 bei der Erstveröffentlichung seines Manuskriptes "Amoenitates Exoticae", so dass aus dem "y" in Ginkyo ein "g" wurde. Linné übernahm diesen Fehler und fügte den Artnamen biloba als Beschreibung der Zweilappigkeit des Blattes hinzu.


Habitat:

Wuchs:
stattlicher, sommergrüner Baum mit vielgestaltigem Habitus (säulenartig bis birnbaumartig), auch mehrstämmig, mit dominantem Leittrieb, Krone zunächst kegelförmig, im Alter breiter und oft mit unregelmäßigen, etwas steif ausladenden wenig verzweigten Ästen, nahezu rechtwinklig abstehend, Sprosssystem auffällig in Kurz- und Langtriebe unterteilt, in der Jugend oft trägwüchsig, junge Exemplare bei dichter Bodendeckerbepflanzung erstickend

Herkunft & Verbreitung:
ca. 250 - 300 Millionen Jahre alt und damit ein lebendes Fossil, entwickelte sich in Perm, stammt aber aus der Kreidezeit, im Mesozoikum weit verbreitet gewesen, bis zum Tertiär formenreich, hat wegen der Eiszeit nur in China überlebt, dort durch Pflanzungen in Tempelanlagen vor dem Aussterben bewahrt, mittlerweile kommen Ginkgos natürlicherweise in den Provinzen Anhui, Guizhou und Zhejiang vor, es wurden auch wilde Ginkgos in abgelegenen Tälern Westchinas gefunden. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts wächst Ginkgo wieder in Europa.
tiefgründige, nährstoffreiche, sauer bis alkalische Böden in Laub- und Nadelmischwäldern

Standort & Boden:
Halbschatten bis Sonne, möglichst kein totaler Schatten
sehr standorttolerant, gedeiht auf jedem kultiviertem Boden, Trockenheit nur bedingt verträglich, eher frisch feucht, zu nasse Böden provozieren allerdings Wurzelfäule, mag tiefgründige, durchlässige und nahrhafte Substrate, pH tolerant, sauer wie alkalisch (pH 5 - 7), für Oberflächenverdichtung empfindlich, etwas salzempfindlich

Verwendung:
weibliche Bäume werden wegen der riechenden und schmierenden Früchte nicht gerne verwendet, sonst für schwierigste Standorte geeignet, innerstädtischer Bereich, guter Straßen- und Alleebaum, Solitär in Parkanlagen, als Nutzpflanze für medizinische Zwecke

Handelsbeschränkungen:
nach CITES keine Beschränkungen

Größe & Zuwachs:
20 - 30 m hoch, selten auch 40 m, 10 - 15 m breit, Jahreszuwachs in der Höhe etwa 30 - 40 cm und 25 cm in der Breite
Höchstalter in Europa bis zu 250 Jahre, in China soll es 4.000 Jahre alte Bäume geben. ältester eingeführter Baum befindet sich vermutlich im botanischen Garten in Utrecht (NL), wurde dort 1730 aus mitgebrachten chinesischen Samen gezogen, ältester deutscher Baum steht im Park Wilhelmshöhe bei Kassel und im Park von Schloss Dyck am Niederrhein. Beide sollen an die 200 Jahre alt sein.


Habitus:

Rinde:
Borke am Stamm längsrissig zusammenlaufend, breit gefurcht, Risse braungrau, Rindenfelder hellbraun beige, verkorkt, einigermaßen weich, nicht blätternd, recht dick, junge holzige Triebe einfarbig braun, leicht rötlich, glatt, je älter desto mehr Längsrisse in beige grau, darin helle Punkte als Lentizellen sichtbar, keine Behaarung

Holz:
gemasert, fein, hell und recht hart, glatt, flexibel und recht witterungsbeständig, kann nicht durch Schädlinge angegriffen werden, hat keine Harzkanäle, Tüpfel oder Kern, einfacher einschichtiger Aufbau, gut für Schnitzarbeiten geeignet, für Herstellung von Skulpturen, in Japan für buddhistische Schreine, Gebetstafeln, Zubehör bei Teezeremonien oder Schachfiguren, Braugefäße, Schneidebretter, Schüsseln oder für Insekten sichere Schränke, mäßige Verwendung in der Papierherstellung

Blätter:
sommergrün, fächerartige Form, unregelmäßig eingeschnitten, 2fach gelappt, keine Spitze, ganzrandig, leicht wellig, Blattadern entspringen der Blattbasis und breiten sich fächerförmig aus, Blätter von Langtrieben haben eine trichterförmige schmale Spreite, Blätter von Kurztrieben dagegen sind breit fächerförmig, parallel und gabelnervig, lang gestielt (ist der Stiel besonders Lang = Blatt vom Langtrieb, ist der Stiel eher kurz = Blatt vom Kurztrieb), keine Haare auf oder unter dem Blatt, derb ledrig, relativ dick und mit einer feinen Wachsschicht überzogen, frischgrün bis grau bläulich grün, im Herbst leuchtend gelb, Länge mit Stiel bis 15 cm, Breite bis 8 cm, stehen wechselständig an Triebspitzen oder zu mehreren in einer Rosette an Kurztrieben, Laubaustrieb beginnt April bis Mai (weibliche Pflanzen öffnen angeblich ihre Knospen 2 - 3 Wochen später und werfen auch erst 2 - 3 Wochen später das Laub ab), Blattnarbe halbrund, 2spuri, Ansammlung mehrerer Blattnarben kennzeichnet Triebabschluss einer Vegetationsperiode, Blattknospen breit pyramidenförmig, oft abgerundet, rotbraun, beschuppt und von Blattnarben umgeben, stehen nahezu rechtwinklig ab

Blüte:
zweihäusige Pflanze, eingeschlechtliche Blüten zeigen sich mit dem Laubaustrieb April / Mai, Windbestäuber, männliche und weibliche Pflanzen sind von der Blüte her schwer zu unterscheiden, blüht erstmals ab einem Alter von mind. 20 Jahren, männliche Blüten in gelbgrünen Kätzchen, endständig an Kurztrieben, überhängend, 3 - 5 cm lang, sitzen in Gruppen zu 3 - 5t in den Achsen von Niederblättern (= innere Knospenschuppen), an alten Pflanzen auch gelegentlich fruchtende Zweige, weibliche Blüten lang gestielt, 2 - 3 cm lang, einzeln, unscheinbar grün an mehrjährigen Kurztrieben, sitzen in einer Achse von Nieder- und Laubblättern, am oberen Ende befinden sich 2 Samenanlagen auf einer Wulst, Samen verfärben sich bei Reife von grün nach gelb-orange

Früchte:
Früchte als solche im botanischen Sinne gibt es beim Ginkgo nicht, er gehört deshalb zu den Nacktsamern

Samen:
zeigen sich erst nach 20 Jahren, mirabellenähnlich, rund, gelb-orange, erscheinen ab September bis November, im Durchschnitt etwa 2,5 cm groß, bereift, äußere fleischige Schale hat unangenehmen Geruch nach Buttersäure im reifen Zustand, öliges Fleisch (schmiert auf der Straße), innere Samenschale verholzt, essbarer Kern (geröstet in Asien als Delikatesse, schmecken ähnlich wie Pistazien und heißen dort Pa Kewo), 2-kantig, gelblich weiß

Bestäubung und Befruchtung ungewöhnlich für einen Laub- oder Nadelbaum --> zeigt die Verwandtschaft zu Farnen:
Der weibliche Baum bildet nur eine befruchtungsfähige Eizelle, wenn der männliche Pollen die weibliche Samenanlage erreicht hat. Im Frühjahr, zur Zeit des Pollenflugs (Ende April bis Anfang Mai), werden die Pollen zunächst nur in der Samenanlage gelagert. Die fertige Eizelle bildet dann eine Bestäubungsflüssigkeit und zieht damit die Gameten durch die Mikropyle ein bzw. die Gameten wandern mittels Geißeln durch die Flüssigkeit zu den Archegonien. Jetzt erst entwickelt sich die Embryomutterzelle und notwendige Stoffe (Enzyme, Hormone) werden gebildet. Bestäubung der Samenanlage erst im September. Für die Befruchtung wandern die eingelagerten männlichen Gameten innerhalb von ca. 120 Tagen zum fertig entwickelten, aber noch unbefruchteten Samen; bilden aber erst nach dem Samenfall im Oktober/November auf dem Boden einen keimfähigen Samen, womit die Befruchtung schließlich abgeschlossen wäre. Mittlerweile hat sich aus dem Integument, der Haut der Samenanlage eine innere harte Sklerotesta und eine äußere dickfleischige gelbe Hülle, die Sarcotesta entwickelt.
Dieser Fortpflanzungsmechanismus ist außer bei Ginkgo auch bei Palmfarnen (Cycas), Algen, Moosen und Farnen zu beobachten, die es schon in frühen Stadien der Evolution gab. Das zeigt wohl, dass Ginkgo eine besonders altertümliche Pflanze ist.

Die Samen oder Nüsse sind meist goldgelb bis bräunlich gefärbt

Wurzeln:
kräftig, Hauptwurzeln gehen tief, Herzwurzler, Wurzelsystem ist über die Kronentraufe hinaus ausgebreitet


Eigenschaften:

gut frosthart bis -26° C, als Jungpflanze (besonders auf nahrhaften Böden = hohe N-Versorgung) etwas Spätfrost empfindlich, Wärme liebend, Hitze verträglich, absolut stadtklimafest, widerstandsfähig gegen stärkste Luftverschmutzung, in Europa für keinerlei Krankheiten oder Schädlinge anfällig, gesund, erstaunlich windfest (Föhr), an manchen Standorten aber nicht ganz so gut Wind verträglich

als Erwerbsbaum in Amerika, Japan, Südkorea und Frankreich für medizinische Zwecke in Kultur, z.B. 2.000 Bäume pro ha bei einer Gesamtfläche von 500 ha (größte Anbaufirma in den USA, Süd-Carolina, in Sumter mit 1 Million Bäume), jährlicher Rückschnitt, Blatternte erfolgt zum Herbstanfang maschinell, werden getrocknet und zur Weiterverarbeitung verschickt (siehe Medizin)

Alte Bäume entwickeln an der Unterseite starke Äste, aber auch am Stamm, wurzelartige, zitzenförmige Auswüchse, die meterlang werden können. Diese luftwurzelähnlichen Gebilde (erinnern an Stalaktiten aus Tropfsteinhöhlen) heißen "Tschitschi". Über ihre Bedeutung ist wenig bekannt. Da sie senkrecht zum Erdboden wachsen, könnte es ein Überbleibsel stützwurzelähnlicher Organe von längst ausgestorbenen Ginkgo-Arten sein, die in sumpfigen Wäldern beheimatet waren.

Baum des Jahrtausends


Besonderheiten:

Ginkgo Biloba

Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin?

Johann Wolfgang von Goethe, September 1815

für Marianne von Willemer


mögliche Schäden oder Krankheiten:

  • keinerlei Befall, gute Abwehrstoffe bzw. immun
  • evtl. Sonnenbrand - braungelbe Flecken auf den Blättern, bei vollsonnigem Standort, besonders (junge) Containerpflanzen sind empfindlich

Medizin:

Angaben ohne Gewähr! Die medizinische Nutzung von Pflanzenmaterial ist sehr gefährlich und sollte Experten überlassen werden. Von der Herstellung jeglicher Medien zu heilkundlichen Zwecken wird abgeraten!

Heilkunde:
bereits 2.800 Jahre v. Chr. wurde die heilende Wirkung der Blätter erkannt, aber erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird der Ginkgo zu solchen Zwecken kultiviert.
Wirkt beispielsweise bei Asthma, Bronchitis, Husten, Tuberkulose, Hirnleistungsstörungen, Magenleiden, Hautkrankheiten und Unruhezuständen. Erwähnenswert ist, das aus Ginkgoblättern hergestellte Wundpflaster die Heilung fördern.
Das aus den Samen gewonnene Öl kann als Brennstoff in Lampen verwendet werden. Das Fruchtfleisch vermengt mit Öl oder Weißwein kann als Seifenersatz genutzt werden.

Wirkung:
hauptsächlich werden heute Ginkgoblattextrakte als Durchblutungsmittel genutzt, weil es eines der besten Mittel gegen periphere Durchblutungsstörungen mit arteriellen Verschlüssen ist. Die Blätter bewirken eine deutliche Verbesserung der Hirndurchblutung und dadurch eine erhöhte Gedächtnisleistung sowie Lernvermögen.

Einsatz von Ginkgo, wenn Patienten über Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Hörsturz, Schwerhörigkeit, Verschlechterung der Sehschärfe, Gedächtnisschwäche und über Konzentrationsschwierigkeiten klagen.

Diese Symptome können auftreten bei folgenden Krankheiten: periphere und cerebrale Durchblutungsstörungen, auch arteriosklerotischer Genese, diabetische und endangitische Gefäßschäden mit Gangrängefahr, Claudicatio intermittens, Angioneuropathien, vasculäre und primär degenerative Demenzen, senile cerebrale Insuffizienz, hirnorganisches Psychosyndrom, Vertigo, Tinnitus, Hypakusis (nervöse Schwerhörigkeit), Retinopathien, senile Maculadegeneration, exogener Kopfschmerz, Migräne und Kapillarhyperpermeabilität.

Inzwischen wird Ginkgo aber auch in der Kosmetik eingesetzt. Hier zur Straffung der Haut und zur Kräftigung des Haares.

Nebenwirkung:
ist keine bekannt. Die Samen werden in Japan und China geröstet gegessen, eine Giftigkeit ist anscheinend nicht vorhanden

Inhaltsstoffe:
in den Blättern des Ginkgobaumes konnten unbekannte, in anderen Pflanzen bisher nicht gefundene Inhaltsstoffe nachgewiesen werden, wie Flavonoide, insbesondere Ginkgoflavonglykoside (24%) (z.B. Ginkgetin, Isoginkgetin und Bilobetin), zum anderen 6 % Terpenlactone (z.B. 3,1 % Ginkgolide A,B,C, 29 % Bilobalid), Außerdem kommen vor 5 - 10 % Proanthocyanide, 9 %Carbonsäuren u.a., Kämpferol, Querzetin, Sesquiterpene, Gerbstoffe, wenig ätherisches Öl
in den Samen befinden sich Ginkgo-Säuren (Bilobol), 4-0-Methylpyredoxin, Niacin, Stärke und Proteine, haben nur 3% Fett, der Samenmantel enthält Urushiol.

Herstellung:
Grüne Blätter in den Sommermonaten bis zum Herbstanfang sammeln. Danach innerhalb 12 Stunden trocknen, damit sie nicht welken. Anschließend die Blätter möglichst fein zermahlen. Das Extraktionsverfahren dauert 2 Wochen. Ständige Kontrolle ist dabei notwendig.
Das aus den Samen gepresste Öl dient auch als Brennstoff.

Dosierung & Anwendung:
-


Vermehrung:

oft durch Aussaat (keimen womöglich erst nach 2 Jahren), Samen vom Fruchtfleisch gründlich säubern und im feuchten Sand kalt, aber nicht unter 3°C aufbewahren. Im Frühjahr säen, hypogäische Keimung

Steckholz funktioniert auch sehr gut (zeitiges Frühjahr, 10-15 cm lang schneiden, bis zur obersten Knospe tief stecken)


Jungpflanzenanzucht

-


Bonsaikunde:

Pflege:
robust und einfach zu halten, ganzjährig im Freien. Keine Schädlinge, verträgt jedes Wasser, aber keine Staunässe

Substrat:
grobkörnig und durchlässig, bei jungen Pflanzen wird die Erde alle zwei Jahre ausgetauscht, bei älteren alle 3-4 Jahre, dabei immer die Wurzeln zurückschneiden, umtopfen am besten im Frühjahr noch vor dem Blattaustrieb

Düngung:
ab Blattaustrieb im Frühjahr bis Ende August mit organischem oder mineralischem Bonsaidünger, schwache Konzentrationen, dafür häufiger

Überwinterung:
idealerweise ohne Schale in lockerer Erde oder Torf-Sand-Gemisch, oder in der Schale belassen und an einem geschützen Ort überwintern (an einer windgeschützten Hauswand, im Folientunnel, etc.) Wurzeln dürfen nicht unter -5°C einfrieren, keine direkte Sonneneinstrahlung bei Minusgraden (Frosttrocknis!)

Gestaltung:
nicht einfach, weil er sich ungern verzweigt, bei Rückschnitt erhält man oft nur einen Ersatztrieb, daher oft nur als Besenform. Mehrstämmige Bäumchen zu gestalten ist sehr schwierig, es sein denn man zieht eigene Sämlinge heran. Nur junge (grüne) Triebe können gedrahtet werden. Ältere sind sehr starr und steif, hohe Druckstellengefahr, besser alte Äste spannen

Rückschnitt:
im Frühjahr vor dem Austrieb, es werden alle Endknospen abgeschnitten, große Schnittstellen wachsen nur langsam zu, kräftige Äste werden nach dem Frühjahrsaustrieb entfernt, dabei Kurztriebe und Langtriebe beachten! Kurztrieb = dichtes Grün und zuvor Blätter mit kurzen Stielen, Blätter wachsen in Büscheln, Langtrieb = wechselständig angeordnete Blätter, mit zuvor langen Blattstielen, Langtriebe möglichst kürzen



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