Liriodendron tulipifera - Tulpenbaum

Magnoliaceae


QuickInfo

Liriodendron tulipifera

Habitus:
großer Laubbaum, Höhe 18-25m, Breite 15-20m, kegelförmige Krone, später unregelmäßig breit oval, zunächst sehr starkwüchsig, später mittelstark

Blätter:
sehr charakteristisch, 4-6lappig, frischgrün, gelbe Herbstfärbung

Blüte:
Mai/Juni, tulpenähnlich, aufrecht, gelb-grün mit oranger Mitte

Früchte:
zapfenartige Sammelfrucht

Ansprüche:
benötigt tiefgründige, feuchte und nährstoffreiche Böden, keine Bodenverdichtung, frosthart, Solitärbaum für Parkanlagen oder große Gärten, Schattenspender






Synonyme:

botanisch: -

deutsch: Amerikanischer Tulpenbaum

englisch: Tulip Tree (Tulpenbaum), Yellow Poplar (Gelbe Pappel), Tulipwood (Tulpenholz), Canary Whitewood (Kanarisches Weißholz)

französisch: Tulipier de Virginie (Virginia Tulpenbaum)

spanisch: -

holländische: -

weitere: -

Taxonomie

Reich - regnum: Eucarya - Lebewesen mit Zellkern
Unterreich - subregnum: Chlorobionta - Grünpflanze
Abteilung - divisio / Stamm - phylum: Streptophyta - Landpflanze
Unterabteilung - subdivisio: Magnoliophytina - Bedecktsamer
Klasse - classis: Magnoliopsida - Zweikeimblättrige
Unterklasse - subclassis: -
Überordnung - superordo: -
Ordnung - ordo: Magnoliales - Magnolienartige
Familie - familia: Magnoliaceae - Magnoliengewächse
Unterfamilie - subfamilia: -
Tribus - tribus: -
Gattung - genus: Liriodendron - Lilienbaum
Art - species: tulipifera - Tulpen tragend

Verwandtschaft:

innerhalb der Familie:

  • Magnolia - Magnolie
  • Manglietia
  • Michelia

innerhalb der Gattung:

  • in vielen botanischen Gärten taucht die Art L. chinense auf. Laut Zander, R. et al. (2002) wurden allerdings alle Liriodendron-Arten in die Art L. tulipifera zusammen gefasst, weil die morphologischen Unterschiede offensichtlich nicht ausreichend für eine eigenständige Artbezeichnung waren.

Namensgebung:

-


Habitat:

Wuchs:
großer Baum, Krone zunächst kegelförmig, im Alter dann unregelmäßig breit eiförmig oder rund, 25-35 m hoch und 15-20 m breit, gerader durchgehender Stamm, Äste schräg aufrecht wachsend, später leicht überhängend, Lichtbaumart

Herkunft & Verbreitung:
die Gattung stammt bereits aus der Kreidezeit und ist mit eine der ältesten/ersten Samenpflanzen, vor der letzten Eiszeit auf der ganzen Nordhalbkugel verbreitet, wurde 1663 zunächst in England, 4 Jahre später auch in Deutschland wieder eingeführt, heute östliches Nordamerika, ursprünglich von Massachusetts bis Florida

Standort & Boden:
sonnig, geschützte Lagen
frisch bis feucht, schwach sauer bis neutral, braucht unbedingt durchlässigen Boden für ein ausgedehntes Wurzelsystem, keine Bodenverdichtung, nährstoffreich, sandig lehmig, empfindlich gegenüber Salz, relativ Trockenheit tolerant

Verwendung:
Baum am Rande von Laubmischwäldern in den USA, auch Pioniergehölz, sonst Solitärbaum, einzeln in anspruchsvollen Garten- und Parkanlagen, Schattenspender für nicht zu kleine Innenhöfe

Handelsbeschränkungen:
nach CITES keine Beschränkungen

Größe & Zuwachs:
schnellwüchsig, Jahreszuwachs 50-70cm, bis zu einer Höhe von 60m, in D bisher nur bis ca. 30m, alte Bäume können eine Stammbasis von 3m Durchmesser erreichen (Äste entspringen dann erst in 20-30 m Höhe)
die ältesten Exemplare sind 500 - 700 Jahre alt


Habitus:

Rinde:
Netzborke, fahl grau, aromatisch seifiger Geruch

Holz:
fein gemasert, gelbgrün bis gelbbraun, dunkelt olivbraun nach, Splintholz deutlich heller als das Kernholz, zerstreutporig, Gefäße gruppiert - meist in 2-3 radialen Nestern, Umriss der alleinstehenden Gefäße unregelmäßig, tangentialer Gefäßdurchmesser liegt zwischen 40-70-120µm, Gefäßdurchbrechungen sind leiterförmig mit 3, 5 oder 10 Sprossen, Anordnung der Gefäßtüpfel ebenfalls leiterförmig oder gegenständig, Durchmesser hier ca. 10-11µm, Kreuzungsfeldtüpfel mit stark reduzierten Höfen oder unscheinbar einfach gestreckt, in den durch Tüpfel verbundenen Zellen vom gleichen Typ oder einseitig zusammengesetzt und groß, zusammengesetzte Tüpfel meist horizontal angeordnet, Thyllen vorhanden, Axialparenchym vorhanden und gebändert, Holzstrahlen sind zum Teil mehrreihig und aus zwei oder mehr Zelltypen aufgebaut, Öl- und Schleimzellen nicht vorhanden, Elemente insgesamt im Holz dünnwandig, ist mit einer Holzdichte von 0,4-0,5g/cm³ relativ leicht, weich, trotzdem recht steif, nicht witterungsbeständig, säureresistent, leicht zu bearbeiten, zur Herstellung von Möbeln, Furniere, Klavier- und Orgelteilen und im Bootsbau (schon die Kanus bei den Ureinwohnern Nordamerikas), gilt als das wertvollste in nordamerikanischen Wäldern

Blätter:
Blattoberseite frisch grün, Unterseite bläulich grün, mit auffallender Blattform, ähnelt dem Ahorn, Blattspitze wie abgeschnitten, 4fach gelappt, Lappen kurz zugespitzt, symmetrisch, durch Hauptader getrennt, Blattgrund abgerundet bis leicht herzförmig, lang gestielt, wechselständig, Herbstfärbung leuchtend goldgelb, später braun, Knospen breit eiförmig und platt gedrückt, erinnern an einen Biberschwanz ("Kelle"), Blätter bei Austrieb zunächst mit Flaum an der Blattunterseite

Blüte:
Mai - Juni mit dem Laubaustrieb, Tulpen ähnlich, groß, 4-5cm, Kronenblätter gelbgrün mit orangener Basis, die Nektartröpfchen ausscheidet, gelbe Staubfäden, grüne Kelchblätter, aufrecht an der Terminale stehend, zwittrig und protogyn (weibliche Blütenteile reifen zuerst, um eine Selbstbefruchtung zu vermeiden), Tepalen sind kelchartig, zurück gebogen und grün, Staubblätter stehen wirtelig auf einem kurzen Torus (an konischer Blütenachse stehen viele Stamina und Karpelle spiralig) und fallen spät ab, die Staubfäden sind 1/3 bis 1/2 so lang wie die Antheren, werden von Käfern bestäubt, erstmals ab einem Alter von 20 Jahren

Früchte:
aus einer Blüte entstehen 80-100 Flügelnüsse, geflügelte Schließ- und Sammelfrüchte, einsamig, Fruchtreife im Herbst, unscheinbar, stehen spindelförmig in einem zapfenförmigen Fruchtstand, der einer Knospe ähnelt und bei der Reife im folgenden Frühjahr zerfällt

Samen:
besitzen 19 Chromosomen, epigäische Keimung

Wurzeln:
flach aber weitreichendes System, Herzwurzler, braucht viel Platz, fleischig und brüchig


Eigenschaften:

nur für geschützte Standorte, nicht unbedingt stadtklimafest, frosthart, Salz empfindlich, bei einer Herbstpflanzung völlige Ausreife (Laubfall) abwarten


Besonderheiten:

Seit 1947 offizielles Staatssymbol der US-Bundesstaaten Kentucky und Tennessee, weil die Pioniere bei der Besiedelung das Holz des Tulpenbaumes intensiv zum Bau von Häusern, Scheunen und anderen Gebäuden genutzt haben.
in der Heimat des Tulpenbaumes gehört er neben der Robinie zu den ersten Pioniergehölzen nach einem Waldbrand

mögliche Schäden oder Krankheiten:

  • Blattläuse in Containerhaltung

Medizin:

Angaben ohne Gewähr! Die medizinische Nutzung von Pflanzenmaterial ist sehr gefährlich und sollte Experten überlassen werden. Von der Herstellung jeglicher Medien zu heilkundlichen Zwecken wird abgeraten!

Heilkunde:
alle Teile sind bitter-aromatisch, wurde schon früh als Hausmittel eingesetzt

Wirkung:
regt die Herztätigkeit an

Nebenwirkung:
-

Inhaltsstoffe:
im Holz das Alkaloid Glaucin und Liriodenin
in der Rinde das Alkaloid Tulipiferin (ein Hydrochlorat, regt das Herz an), digitaloide Substanzen

Herstellung:
-

Dosierung & Anwendung:
-


Vermehrung:

generativ, epigäische Keimung


Jungpflanzenanzucht

-


Bonsaikunde:

Pflege:
-

Substrat:
-

Düngung:
-

Überwinterung:
-

Gestaltung:
-

Rückschnitt:
im Spätherbst schneiden



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